
A. Heinze & Fr. Krippner (dir.), Das Geschlecht der Antike. Zur Interdependenz von Antike- und Geschlechterkonstruktionen von 1700 bis zur Gegenwart
Das Geschlecht der Antike. Zur Interdependenz von Antike- und Geschlechterkonstruktionen von 1700 bis zur Gegenwart
Sous la direction de Anna Heinze, Friedrike Krippner
Munich : Fink Verlag, 2014.
EAN 9783770555581
Prix 44,90€
Présentation de l'éditeur :
Ce volume interdisciplinaire interroge l'interdépendance et la co-construction culturelle, politique et esthétique des catégories du genre et de l'Antiquité dans le monde occidental de 1700 à nos jours, à travers des approches allant de la philologie antique aux études visuelles, en passant par la littérature comparée et l'histoire de l'art. Les contributions croisent des relectures d'auteurs classiques (La Fontaine, Goethe, Kleist...) ou de mythes connus (Antigone, Hercule, Médée...) avec une exploration de l'histoire des sciences de l'Antiquité ou des traductions ainsi que des analyses des représentations antiques dans divers médias, du théâtre à internet, en passant par la BD pornographique ou le cinéma (de Pasolini aux blockbusters hollywoodiens).
Présentation en allemand:
Die Beiträge des Bandes fokussieren auf zwei Problemkomplexe, die nur auf den ersten Blick weit voneinander entfernt scheinen. Denn die diskursiven Kategorien ›Geschlecht‹ und ›Antike‹ ähneln sich in ihrer Struktur und Funktion. Ihr Gebrauch folgt verwandten Inszenierungsregeln, und sie erfüllen zugleich eine ähnliche Funktion für die Selbstverständigungs- und Positionierungsakte von politischen Gesellschaften und kulturellen Deutungsgemeinschaften. Auf der Grundlage dieser systematischen Ähnlichkeiten geht der interdisziplinäre Band anhand von Beispielen aus Literatur-, Kunst-, Film- und Wissenschaftsgeschichte den spannungsreichen Beziehungen von ›Geschlecht‹ und ›Antike‹ vom Ende des 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart nach. Im Mittelpunkt stehen dabei zwei Fragen, die in wechselseitiger Abhängigkeit zu denken sind: Welche Rolle spielt die Kategorie ›Geschlecht‹ bei der Konstruktion der Antike? Und umgekehrt: Welche Funktion übernimmt die Referenz auf die Antike bei der Konstruktion von Geschlecht in nachantiken Gesellschaften?
Sommaire: http://www.fink.de/uploads/tx_mbooks/9783770555581_iv.pdf
ANNA HEINZE UND FRIEDERIKE KRIPPNER
Einleitung
I. WISSENSCHAFTSGESCHICHTE UND KRITIK
THOMAS SPÄTH
Performanz, Geschlecht – und die Antike
KATJA LUBITZ
Aristophanes und die Frauen. Antike und moderne Frauenbilder in deutschen Übersetzungsvorreden des 19. Jahrhunderts
OLIVER LEEGE
Religionshistorische Darstellungen antiker Mänaden und das moderne Konzept des Mänadentums
STEFFI GRUNDMANN
Weiblichkeit und Fruchtbarkeit Die Interpretation weiblicher Kultausübung im antiken Rom
II. EPOCHENKONSTRUKTION UND GEGENANTIKEN
FRIEDERIKE KRIPPNER
»Schwach mag die Nachwelt mich – doch nicht unedel nennen!« Zur Beziehung von ›Geschlecht‹ und ›Altertum‹ in literarischen Kleopatra-Transformationen von der Antike bis um 1800
ANNA-LENA SCHOLZ
Barbarisch. Antike Geschlechter in Heinrich von Kleists Penthesilea
SANDRA HESSE
Gespenst und Nebelbild: Helena oder Die Konstruktion von Antike und Geschlecht in Faust II
ANNA-MARIA VALERIUS
»Schrei es heraus!« Inszenierung und Rezeption weiblicher Trauer im Antigone-Mythos
III. GATTUNG
DANIEL WENDT
»La femme est toujours femme« – Antikenrezeption und Geschlechterdiskurs in La Fontaines La Matrone d’Éphèse
DENNIS BORGHARDT
»Wohnt so viel Grausamkeit in sanften Mädchenseelen?« Zur Allegorie und Parodie antiker Geschlechterrollen in Wielands Verserzählung Musarion
IV. VERKÖRPERTE ANTIKE
MARIE-PIERRE HARDER
»(K)ein rechter Mann?« Oder: Wie ›männlich‹ muss man(n) sein, um ›griechisch‹ zu sein? Genderaspekte der Herkules-Polemik zwischen Goethe und Wieland
CONSTANZE BAUM
Attitüden. Antike Figurationen von Weiblichkeit um 1800
CHRISTIAN WEBER
»Und auch du bist eine Frau!« Mythos und Geschlecht in Pier Paolo Pasolinis Medea (1969)
MARCUS BECKER
Sankt Antinous oder Etwas zum Allelopoietischen schwuler Imagination
THOMAS BOYKEN
Performative und narrative Dimensionen von Männlichkeit im Antikenfilm am Beispiel von 300